Das kranke Pferd

Von kranken Pferden und besorgten Menschen

Vor einigen Tagen sprach ich mit einem Pferd, bei dem im letzten Sommer eine Hufrehe diagnostiziert wurde. Die Besitzerin machte sich Vorwürfe, gab sich selbst und der Wiese die Schuld, dem Sommer, der mangelnden Bewegung, den äußeren Umständen. Das Pferd wurde – wie so oft – auf Anraten von Tierärzten auf (Gras-)diät gesetzt und in eine Box mit Paddock gestellt. Alles was grün und saftig und frisch ist, wird seitdem konsequent von diesem Pferd ferngehalten.

Und nun, ein Dreiviertel Jahr später, wachsen die Hufe zwar besser nach und es gab auch keinen erneuten Reheschub, aber so richtig gesund wird das Pferd nicht. Es wirkt immer noch traurig, depressiv, matt, müde.

Also muss ein Tiergespräch her. Und das, was dieses Pferd im Tiergespräch sagt, ist tatsächlich exemplarisch für das, was viele kranke Pferde zu sagen haben: „Deine Sorge macht mich krank.“

Was meinen die Pferde damit? So viele Pferde mit Krankheitsgeschichte beschreiben mir, dass ihre Menschen sie seit Ausbruch der Krankheit mit Argusaugen betrachten, argwöhnisch jeden ihrer Schritte überwachen, wenn sie am Stall sind. Sie warten förmlich nur darauf, dass die Hufe sich heiß anfühlen, ihr Pferd die kleinste Lahmheit zeigt oder wieder hustet. Sie pampern ihre (ehemals) kranken Pferde so sehr es nur geht: Es werden Kräuter und Zusatzfutter und Mineralpulver ins Pferd gestopft, täglich Magnetdeckenbehandlungen durchgeführt oder Inhalationsgeräte verwendet – Maßnahmen aller erdenklichen Art, die der Vor-SORGE dienen sollen, damit das Pferd bloß nicht wieder krank wird.

Der Clou daran: Wir Menschen erhalten unsere Pferde (und das gilt natürlich auch für alle anderen Tiere) dadurch krank. Energetisch gesehen manifestieren wir für unser Pferd immer wieder genau diesen Zustand, in dem es besondere Kranken-FürSORGE braucht, in dem also unsere SORGE gerechtfertigt bleibt – denn ja, diesen Pferden geht es wirklich nicht gut. Und sie haben energetisch keine Chance wieder ganz gesund zu werden, so lange wir sie nicht lassen.

Das Rehepferd von neulich sagte es so: „Sieh mich als gesundes Pferd. Behandle mich, als wäre ich gesund. Ich möchte frisches, lebendiges und hochwertiges Futter. Ich muss zu Kräften kommen. Ich möchte mich bewegen. Sieh mich als starkes, freies, fröhliches, lauffreudiges Pferd. In meiner besten, fittesten Form. Schicke mir jeden Tag dieses Bild von mir. Wenn ich etwas Gravierendes habe und deine Hilfe oder die eines Tierarztes brauche, dann wirst du es merken. ICH werde es dir zeigen, du brauchst nicht ununterbrochen danach zu suchen.“

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schlimm es ist, das eigene Pferd leiden zu sehen. Glaubt mir, wenn es Buddy nicht gut geht, dann stehe ich komplett neben mir! Ich denke dann häufig, dass ich irre werde vor Sorge. Aber er und all die anderen Pferde, mit denen ich sprechen darf, erinnern mich dann nach einigen Tagen daran, dass ich diese Sorge verwandeln MUSS. Aus meiner Sorge muss Zuversicht werden. Aus meiner Panik hilfreiche, zuversichtliche Ruhe. Und aus dem Horrorfilm kranker Buddy wird dann die Vision meines kraftvollen, wunderschönen, freien Pferdes, das stolz, mit erhobenem Schweif und blitzenden Augen über die Weide prescht. Denn DAS ist Buddy Essenz. Und DAS ist die Version von ihm, die ich mit und für ihn manifestieren möchte.


PS: Das gilt für sämtliche körperliche „Mängel“ (fehlende Muskulatur, Schiefstellungen, stumpfes Fell etc.) Ja, es ist gut und wichtig, dass wir uns darum kümmern und unser Pferd optimal versorgen, aber bitte OHNE ständigen Fokus auf seine „Mängel“, sondern MIT BEWUNDERUNG für das wahnsinnig schöne, zauberhafte Wesen, das es so oder so ist!

(Kartenset „Die Botschaft der Pferde“ hier erhältlich. Ausbildung zur Tierkommunikatorin hier entlang.)